Sehr gern liest Rezensent Christoph Schröder diesen Roman aus dem Nachlass Sebastian Haffners, der bereits im Jahr 1932 verfasst worden ist und sich in seinem Duktus fundamental von Haffners späteren Büchern über Geschichte unterscheidet. Denn hier schreibt Haffner nicht distanziert, vielmehr steht alles im Zeichen des Unmittelbaren und der Flüchtigkeit von Zeit. Der Erzähler trägt den bürgerlichen Namen des Autors Raimund Pretzel und auch seine Geliebte Teddy, mit der er einst in Berlin zusammen war, ist historisch verbürgt, erklärt Schröder. Teddy besucht noch einmal Berlin, und dabei wird klar, wie sehr die Stadt bereits im Zeichen des einbrechenden Nationalsozialismus steht - deutlich wird hier, wie klug Haffner, der außerdem jede Menge Sprachbewusstsein beweist, die Stimmungen seiner Zeit einzuschätzen wusste. Unter anderem geht es in diesem Buch darum, wie der Erzähler auf die Boheme-Welt Teddys blickt, zu der er selbst als braver Berliner nie so ganz dazu gehört. Wenn für die beiden Liebenden dieses Buches immer wieder nicht genug Zeit zur Verfügung steht, dann verweist das laut Rezensent metaphorisch auch auf die historisch immer knapper werdende Zeit angesichts kommender Katastrophen. Freilich hat Haffner in Schröders Augen nicht nur einen Zeitroman verfasst, der aus heutiger Perspektive fast prophetisch anmutet, sondern auch einen schönen, wenn auch nicht literarisch zeitlos gelungenen Liebesroman, der unter anderem davon lebt, dass Teddy, anders als die Hauptfigur, eine Leerstelle bleibt, dass wir wenig über ihr Innenleben erfahren, was sich in interessant im Leerlauf bewegenden Dialogen manifestiert. Auch das Ende gefällt dem Rezensenten, der insgesamt glücklich darüber ist, dass dieses Buch so lange nach seiner Entstehung das Licht der Öffentlichkeit erblickt.