Rezensentin Rose-Maria Gropp bemüht sich, mit Katharina Hagenas Roman warm zu werden, bleibt aber etwas verhalten. Es geht um das Leben dreier Frauen, um die hundertzweijährige Margrit in einem Hamburger Seniorenheim, ihre Enkelin Luzie, die dort bald ein Tätowierstudio eröffnen wird, und um Margrits Mutter Johanne und ihre Liebesbeziehung zu Else Hoffa, die es wirklich gab, weiß Gropp. Verbunden werde das alles durch eine dominante Wassermotivik, durch dramaturgische und referenzielle Unterströme und Nebenflüsse, so die Kritikerin, was ihr doch einiges an "Geduld und Ausdauer" abverlangt. Alles hänge mit allem zusammen und alles sei mit Bedeutung aufgeladen; es geht um Traumata, Vergangenheit, Liebe, Tod, Krieg, listet Gropp etwas ermattet auf; dazu gibt es zahlreiche Verweise auf griechische Mythologie, Tolkien, Sci-Fi-Filme oder Gartenkunst, die die Kritikerin selten zu überraschen scheinen. Zwar sei der Roman damit ein "komplexes" Konstrukt, und auch an der "Sprachlust" und am komischen Talent der Autorin hat Gropp keinen Zweifel. Aber insgesamt bleibt ihr alles ein bisschen zu sehr an der Oberfläche, stehe der Roman auf einem "schwankenden Fundament", schließt die Kritikerin.