Rezensentin Marta Kijowska liest bei David Safier von der Geschichte des polnischen Dramatikers Jerzy Jurandot, der im Warschauer Ghetto ein Theater geleitet und dafür etliche Stücke geschrieben hat: Eines der Stücke, "Die Liebe sucht ein Zimmer", ist nun auch der Ausgangspunkt für Safiers Roman, es handelt von zwei Ehepaaren, die versehentlich derselben Wohnung zugewiesen werden. Der Roman nehme Sara in den Blick, die gemeinsam mit ihrem Ex- und ihrem aktuellen Partner auf der Bühne stehe und sich nun entscheiden müsse, ob sie mit ihrem Ex aus dem Ghetto fliehen oder mit ihrer großen Liebe in den Tod gehen solle. Safiers Roman überzeugt Kijowska nicht wirklich, zu unbeholfen ist ihr der Umgang des Autors mit den schwierigen Themen, außerdem hätte sie sich gewünscht, dass er dem bewegten Leben Jurandots mehr Aufmerksamkeit zukommen lässt. Sie empfiehlt eher die Lektüre von Jurandots Erinnerungen an das Warschauer Ghetto, sdie laut Kijowska von erschütternder Sachlichkeit sind. Er hatte sie direkt nach seiner Flucht aus dem Ghetto geschrieben - aber sie wurden erst 2014 publiziert. Vielleicht eine Anregung für einen deutschen Verlag?