Ganz und gar nicht zufrieden ist Rezensent Claus-Jürgen Göpfert mit dem von Marie-Luise Recker herausgegebenen zweibändigen Buch zur Stadt Frankfurt. Die von insgesamt 27 Autorinnen und Autoren verfassten Beiträge, soviel vermag der Rezensent zugestehen, vermögen es durchaus, auch Nichtspezialisten einige Erkenntnisse zu wenig bekannten Aspekten insbesondere der älteren Frankfurter Geschichte zu vermitteln - wobei die Spannbreite bis ins 14. Jahrhundert reicht. Sobald es um das moderne Frankfurt geht, nehmen laut Göpfert die Probleme überhand. Dass sich nur schlappe acht von 600 Seiten den Frankfurter Frauen widmen, geht zum Beispiel gar nicht, findet er. Ausführlich schimpft Göpfert über die seiner Meinung nach nicht mehr zeitgemäße Fortschrittserzählung, die der Sammelband entfaltet. Kritik am Flughafenausbau oder dem Ausbau des Bankenviertels werde ebenso unter den Teppich gekehrt wie die sozialen Probleme in der Stadt. Selbst der Neubau einer kulissenhaften Innenstadt kommt nicht allzu schlecht weg, so der gegen Ende regelrecht wutschnaubende Rezensent.