In diesem Roman zeigt sich der japanische Autor, der für seine "strapaziösen Sexszenen" bekannt ist, in "markanter Züchtigkeit", stellt Franz Haas fest. Er ist von dem Buch, in dem ein männlicher Ich-Erzähler über die unerwiderte Liebe der jungen Sumire zur Managerin und Weinkennerin Miu berichtet, allerdings enttäuscht, und das aus mehreren Gründen. Stellt er zunächst noch erleichtert fest, dass Murakami seinen europäischen Lesern japanische Klischees erspare, muss er dann bemerken, dass der Autor diese bei den Passagen, die in Europa spielen, "unverschämt" aufträgt. Genauso "penetrant" findet er das Spiel mit "Versatzstücken" aus der europäischen Literatur, wie dem Auftauchen einer rätselhaften Doppelgängerin Mius. Das ständige "Namedropping" über klassische Musik und ihre Interpreten, das die beiden Protagonistinnen praktizieren, ärgert ihn genauso wie das permanente Erwähnen von Modenamen, die diesen Roman in eine Reihe mit der "hiesigen Popkultur" stellt. Insgesamt stört Haas an diesem Roman die "hohltönende Weltläufigkeit" und er hätte sich mehr Passagen aus dem japanischen Alltag gewünscht. Und so gerät er auch nur bei einer einzigen in Japan spielenden Szene ins Schwärmen, in der der Ich-Erzähler über seine Geliebte erzählt. Dieses Kapitel lobt er in seiner "beklemmenden Verlorenheit" als "überzeugend".