"Pointiert" und informativ findet Rezensent Till Schmidt Ronen Steinkes Buch über den deutschen Verfassungsschutz, bemängelt aber auch ein paar Leerstellen. Auf für Steinke gewohnt massentaugliche Weise, so Schmidt, zeige der Jurist, Journalist und Autor dieses Mal auf, wie politisch gezielt die deutschen Verfassungsschutzämter eigentlich verfahren: So landen auf der Liste potenziell verfassungsgefährdender Organisationen oft auch solche, die eigentlich auf sehr "solidem" rechtlichen Grund stehen, liest Schmidt bei Steinke. Auch an Doppelstandards bezüglich der Einordnung linker im Vergleich zu rechten Organisationen störe der Autor sich, und plädiere im Fazit dafür, den aktuellen Verfassungsschutz abzuschaffen. Besonders spannend findet der Kritiker die Kapitel, die sich auf Interviewbasis mit der Überwachung in den sozialen Medien beschäftigen. Was in Steinkes Buch aber nicht in den Blick kommt, moniert Schmidt, seien die Unterschiede der insgesamt immerhin 16 Verfassungsschutzämter und ihren jeweiligen Regierungen, und auch einen Gegenvorschlag vermisst der Kritiker.