Rezensentin Rose-Maria Gropp ist begeistert von Caspar Battegays Buch über Leonard Cohen. Denn der Autor sei zwar klarer Cohen-Fan, aber dennoch gelinge ihm ein akademisch-distanzierter, trotzdem nicht "kühler" Blick auf Cohens Musik, der sich nicht mit der Analyse eines Sounds zufriedengibt, sondern auch kulturwissenschaftliche Aspekte miteinbezieht. So geht es etwa verstärkt auch um Cohens jüdische Abstammung und sein kompliziertes Verhältnis zur Religion - neben dem Judentum auch das Christentum -, das seine Lieder durchzieht. Insbesondere die Analyse des Songs "Story of Isaac", die eine "Geburt des Protestsongs aus dem Geiste von Genesis 22" behaupte, imponiert der Kritikerin. Auch die Ausführungen zum Thema Sex in Cohens Songs, wo nicht selten "Gottes- und Frauenliebe" zusammenlaufen, liest Gropp mit großem Interesse, ebenso wie die Analyse von Cohens dunkler, zynisch geprägter Stimme vor dem Hintergrund der "Spätmoderne und ihrer Krisenwahrnehmung", wie sie Battegay beeindruckt zitiert. Eine "inspirierte, kulturwissenschaftlich untermauerte Lektüre", die nicht nur Fans ansprechen dürfte, schwärmt Gropp.