Mit einer "Spürnase" für Farben ausgestattet, so die Rezensentin Katharina Rudolph, schreibt Michel Pastoureau eine Kulturgeschichte der Farben. Die Farben entstehen dabei nicht nur im Kopf, ihre Bedeutung prägt die Gesellschaft maßgeblich mit, staunt Rudolph. Pastoureau macht dies am Beispiel Grün deutlich, bei dem sich lange der Aberglaube hielt, es liege ein Fluch auf der Farbe. Pastoureau vermutet den Grund hierfür bei Problemen mit dem Färben: Dazu bedurfte es nämlich eines giftigen Pigments, erfahren wir. Für Glückspieler ist Grün allerdings eine wichtige Farbe und wird mit Schicksal, Glück und Hoffnung in Verbindung gebracht, erfährt Rudolph. Dies könnte auf die Schwierigkeit, die Farbe Grün überhaupt herzustellen, zurückzuführen sein. Begeistert liest sich Rudolph durch dieses "humorvolle und lehrreiche Büchlein", das Pastoureau mit persönlichen Farb-Anekdoten aufzulockern weiß.