Rezensent Werner Bartens trifft sich mit Florian Illies auf der Berliner Pfaueninsel, einer "Orgie aus Chlorophyll", um mit vielen blumig-botanischen Schilderungen über sein neues Buch zu reden. Darin geht es um Johannes Kunckel, einen Alchemisten, der sich im 17. Jahrhundert der Glasmalerkunst verschrieben hatte. Er hat die Insel vom brandenburgischen Kurfürsten als Arbeitsdomizil bekommen, er schuf unnachahmlich rubinrotes Glas, lernt Bartens auf dem Spaziergang mit und im Buch von Illies, das dieser wieder als "erzählendes Sachbuch" konzipiert hat. Der Kritiker fragt sich, woher Illies die Gefühle des Alchemisten, des Kurfürsten Friedrich Wilhelms oder die genauen Wetterverhältnisse mitsamt unter den Schuhen knirschendem Laub kennen will, doch der versichert, es gehe ihm eher darum, mit atmosphärischen Schilderungen zur Beschäftigung mit Figuren wie Kunckel anzuregen. Auch einer von Illies' Vorfahren war Alchemist, erfährt Bartels zum Schluss noch.