Das neue Wagner-Handbuch ist mit seinen fünfhundert Seiten "gerade noch handlich" geraten, findet Peter Gülke, der dem doch recht geringen Umfang des Buches auch noch andere Vorzüge abgewinnen kann. Zweiundfünfzig Autoren drängen sich in insgesamt vierundsechzig Kapiteln - was jedem von ihnen gerade einmal sieben bis acht Seiten zugesteht, um sich dem jeweiligen Thema zu widmen. Hin und wieder tut diese restriktive Raumverteilung auch weh, bemerkt der Rezensent, besonders wenn es um die Behandlung der Bühnenwerke geht. In den allermeisten Kapiteln beweist sich aber die Qualität des Geschriebenen (und der Schreibenden gleichermaßen) durch den hervorragenden Umgang mit der Herausforderung. Besonders hat den Rezensenten die große Anzahl junger, unvoreingenommener Autoren gefreut, und auch die alten Hasen wagen sich auf Neuland, verrät er: "Zweitaufgüsse begegnen kaum". So kommen zuweilen gewagte Thesen und überraschende "Tiefenbohrungen" zustande. Gülke wüsste nicht, was man sich von einem Wagner-Handbuch noch mehr wünschen könnte.