Als eine durchfeierte Großstadtnacht in Buchform beschreibt Rezensentin Katrin Doerksen diesen Krimi. Der dreht sich um Nellie Cocker, erfahren wir, eine Nachtclubbesitzerin, die ihr Imperium gegen Polizeirazzien, ihre Kinder und allerlei bunt schillernde Konkurrenz zu verteidigen hat, all das im Jahr 1925 und in London. Es tauchen Frauenleichen auf, Inspektor John Frobisher ermittelt und auch sonst, fasst Doerksen zusammen, ist ziemlich viel los, jede Menge Figuren treiben sich in diversen Handlungssträngen herum, auch sprachlich platzt das Buch aus allen Nähten, wobei Atkinson gleichzeitig gelegentlich etwas arg gediegen schreibt und die krasseren Härten ausspart. Auch leiden die Figurenzeichnungen gelegentlich unter der Ambition, möglichst viel von einer vergangenen Zeit zwischen zwei Buchdeckel zu pressen,moniert die Rezensentin. Dennoch gefällt das Ergebnis Doerksen insgesamt gut, nicht zuletzt, weil Atkinsons rauschhaft anmutendes Buch sich für Aspekte der Vergangenheit interessiert, die in der Geschichtsschreibung ansonsten oftmals ausgespart bleiben.