Rezensenti Ulrich Gutmair freut sich über die zwei Erzählstränge in Hendrik Otrembas neuem Roman "Benito", dessen besonderen Erzählstil er dem magischen Realismus zuschreibt: Der Erzähler berichtet von einer Tagung, auf der ein Pseudoattentat verübt wird - ausgerechnet von seinem früheren Freund Benito, der damit eine Botschaft übermitteln wollte und den eigenen Tod - sonst stirbt niemand bei dem vorgetäuschten Anschlag - billigend in Kauf nimmt. Diese Handlung werde ergänzt durch einen Blick in die Vergangenheit, auf die Pfadfindergruppe, der beide angehört haben, in der der Hellseher Benito schon angekündigt hat, etwas müsse passieren, damit der Mensch wieder zur Liebe finde. Diese Ebene, so der Kritiker, bringt einen anarchistischen Impuls in den Roman, die für ihn interessante Gedanken zu Anarchie und Menschheit anstößt und ihn nicht nur motiviert, das Buch zu lesen, sondern auch, den Moment zu leben.