Ein vielschichtiges Mammutwerk legt Peter Waterhouse laut Rezensentin Beate Tröger hier vor. Waterhouse beschäftigt sich darin einerseits mit den Biografien mehrerer Mitglieder seiner Familie, deren Perspektive die Prosa teils einnimmt, andererseits tauchen im Buch auch Romanfiguren und Schriftsteller auf, die ebenfalls ein literarisches Eigenleben entwickeln. Wichtig ist hierbei die Rolle von Sprache, was Tröger anhand der Figur Edgar Alkers - dem Großvater des Autors - ausführt, eines Mannes, der in der NS-Zeit zum Hauptschriftleiter der Nazis avanciert, obwohl er vorher ganz andere Schriften verfasst hatte, oft in linken Kontexten. Auf derartige Widersprüchlichkeiten zielt Waterhouse Tröger zufolge immer wieder ab, außerdem betont er die Rolle des Zufalls in der Geschichtsschreibung, auch die Sprache seines eigenen Buches ist voller Ambivalenzen und Paradoxien. Besonders beeindruckt ist Tröger von den teils äußerst kleinteiligen Analysen literarischer Klassiker, die bei Waterhouse die Familienerzählung ergänzen, hier wird aufgezeigt, wie sich in sprachlichen Details Ideologie niederschlägt. Schließlich zeigt Waterhouse Verbindungslinien auf zwischen dem Persönlichen und dem Literarischen, wieder geht es dabei um Alker und dessen Karl-Kraus-Lektüren, die der Rezensentin verständlich machen, wie sich dieser Mann der Nazi-Sprache ergeben konnte. Im Weiteren geht Tröger noch auf andere Handlungsstränge des Buches ein und zieht eine Verbindungslinie zu Klaus Theweleits "Männerphantasien". Insgesamt scheint die Rezensentin von diesem 1500-Seiter schwer beeindruckt zu sein.