Ein wahrhaftiges, großes Buch ist dieser letzte Roman der Schriftstellerin Tove Ditlevsen, ruft Rezensentin Shirin Sojitrawalla. Er dreht sich wieder um Ditlevsens alter Ego Lose Mundus, die schon in Ditlevsens, "Gesichter" auftauchte, diesmal nähern wir uns gleich aus mehreren Perspektiven, so Sojitrawalla, manchmal sei die Erzählstimme allwissend, manchmal subjektiv. Die Handlung orientiere sich an Ditlevsens vierter Ehe mit einem Journalisten, die seinerzeit für Schlagzeilen sorgte. Als schlichten autofiktionalen Bericht will die Kritikerin diesen reichhaltigen Roman aber nicht abtun. Geschlechterverhältnisse und auch Klassenfragen werden hier verhandelt, erläutert sie, satirische Passagen knöpfen sich die Welt der Medien vor, und nicht zuletzt sei auch dieser Roman ein großartiges Werk der literarischen Introspektion. Angst vor Versagen zum Beispiel spielt eine wichtige Rolle, so die hingerissene Rezensentin, die auch Ursel Allenstein Übersetzung lobt.