Einen "beglückenden Lockdown-Roman" nennt Rezensentin Cornelia Geißler das Buch von Sigrdi Nunez. Eine Formulierung, die auf den ersten Blick wie ein Oxymoron erscheinen mag. Doch wer Nunez' Roman liest, wird vielleicht verstehen, inwiefern auch eine Geschichte aus dieser für die meisten Menschen wohl eher bedrückenden Zeit eine Wohltat sein kann. Es ist nicht nur Nunez' Humor oder ihre pointierten Anekdoten, welche die Lektüre zu einem erfüllenden Erlebnis machen, so Geißler. Die Autorin bzw. ihre Erzählerin beobachtet und reflektiert vor allem - über Pflanzen und ihre Namen, über den seltsamen Vogel, den sie während des Lockdowns hütet, über persönliche Begegnungen mit Unbekannten und literarische Begegnungen mit Bekannten, und sie tut dies, versichert die hingerissene Kritikerin, ohne dass ihre Betrachtungen jemals willkürlich erscheinen würden. Immer hat sie ihre thematischen Fluchtpunkte im Blick: Sigrid Nunez führt in ihrem neuen Roman zu und vorbei an Tieren und Pflanzen, um letztendlich zu zeigen, wie das Erzählen Menschen helfen kann, mit ihrer eigenen und der Verletzlichkeit anderer umzugehen, aufeinander zu zu gehen, einander zu begegnen, so die beglückte Rezensentin.