Ein Mann, der dabei ist das Augenlicht zu verlieren und eine Frau, die seit einer Weile nicht mehr spricht, sind die Hauptfiguren dieses Romans von Han Kang, erläutert Rezensentin Sigrid Brinkmann, die das Buch außerdem zum Werk Jose Luis Borges' in Beziehung setzt. Der Mann lebte früher, so Brinkmanns Nacherzählung, in Deutschland, jetzt jedoch wieder in seinem Geburtsland Südkorea, wo er Altgriechisch unterrichtet, die Frau ist eine seiner Schülerinnen, ihre Stummheit könnte mit Sorgerechtsstreitigkeiten zu tun haben, aber auch mit ihrem besonderen, problematischen Verhältnis zur koreanischen Sprache. Der Text wechselt zwischen erster und dritter Person, beschreibt die Rezensentin, es geht um die heilende Kraft von Worten und auch darum, dass Sprache, Schrift und Sehkraft eine Einheit bilden.