In "Die sieben guten Jahre" erzählt Etgar Keret zum ersten Mal von sich und seiner Familie, informiert Rezensent Hans-Christian Rößler. Um sich nicht zu verletzbar zu machen, habe der israelische Autor das Buch nicht in seinem Heimatland veröffentlicht, fährt der Kritiker fort, der hier nicht nur liest, wie bestürzt Keret über die Veränderungen in seinem Land ist, sondern auch bewegt erfährt, wie der Autor die Geburt seines Sohnes erlebt, diesen vor Raketenangriffen schützt und zugleich voller Hilflosigkeit den an Krebs sterbenden Vater begleitet. Mit "Sprachwitz" und besonderer Beobachtungsgabe erzähle Keret außerdem von Begegnungen mit sentimentalen Taxifahrern, Korruption im Kindergarten oder seinem Scheitern beim Yogakurs, berichtet der Rezensent. Auch mit Daniel Kehlmanns Übersetzung ist Rößler im Wesentlichen zufrieden, macht aber auf einige "ärgerliche" Fehler aufmerksam.