"Sprühend, abgründig, gewaltig" findet Rezensent Thomas Steinfeld den neuen Roman von Lutz Seiler. Gleichzeitig fragt er sich aber, ob sich der Schriftsteller mit diesem Roman, in dem wirklich alles möglich zu sein scheint, nicht etwas zu viel vorgenommen hat. Die Geschichte kreist um Carl Bischoff, eher ein Durchschnittsmensch, den der Kritiker auch schon aus den Vorgängerromanen kennt. Der wollte Dichter werden, ist jetzt aber Elektriker, lesen wir. Sein Leben bekommt eine radikal neue Wendung als ihn ein Stromschlag in einer Berliner Wohnung niederstreckt. Nun beginnt eine literarische Reise, auf der der Kritiker nie ganz sicher ist, ob es sich jetzt um Traum oder Wirklichkeit handelt. Der Held tritt nämlich eine Reise nach Kasachstan an, zusammen mit dem Tochter eines berühmten Schamanen, die er bei einer Lesung kennenlernt. Dann folgt eine Reihe unterschiedlichster Ereignisse, eine Ziege kommt vor, die man auch schon aus anderen Geschichten kennt, eine Gruppe sogenannter "Erdbeschützer" und ein verwaistes Atomwaffengelände. Ohne Frage ist Seiler ein Meister seines Fachs: scharfer Blick fürs Detail, Poesie der Beschreibung. Aber irgendwie ist das Buch vor allem in seinen "metaphysichen Fantasien" etwas zu weitläufig geraten - das aber mit literarischer Finesse, resümiert der Kritiker.