Ein "Wunder" eigentlich, dass noch keiner das Leben von Hermann Henselmann und seiner Familie als Romanstoff verwendet hat, stellt Rezensent Niklas Maak fest, bietet sie doch so vieles an, was sich zu erzählen lohnt: Der 1905 geborene Architekt erlebte sämtliche "Bruchpunkte" des 20. Jahrhunderts mit, weiß Maak - wuchs auf in der Weimarer Republik, geriet mit dem NS-Regime in Konflikt, gründete eine Familie, zeugte acht Kinder, und stieg nach dem Krieg zum bedeutsamsten Architekten der DDR auf. Die Autorin Florentine Anders hat sich dieser Geschichte nun angenommen und beweist, dass wohl niemand dies besser könnte als sie, Henselmanns Enkeltochter, erfahren wir. Mitreißend und anschaulich erzählt sie von Henselmanns Alltag, von seinen "Erfolgen und Nöten", sowie auch von den Erfolgen und Nöten seiner Frau Isi und der acht Kinder. Dabei gelingen Anders immer wieder knappe Szenen, die eine ganze Ära auferstehen lassen, Sätze, in die Maak am liebsten "einziehen würde wie in ein Haus von Henselmann". So entsteht im Hintergrund dieser bewegten Lebens- und Familiengeschichte nach und nach auch sowas wie ein Epochenpanorama, lobt der Rezensent.