Unglaublich gut findet Rezensent Bernhard Heckler Arno Franks geschichtsträchtigen Roman, dem es gelingt, die historische Breitendimension und "Komplexität" mit der Konkretion einzelner alltäglicher und berührender Momente zu verbinden, schwärmt Heckler. Auf drei sich abwechselnden Zeitebenen, 1935, 1940 und 1945, geht es um die fiktive deutsche Stadt Ginsterburg und verschiedene ihrer Bewohner: um Lothar etwa, am Anfang noch ein sensibler Junge, der keine Fische töten kann und noch als Kampfpilot, der er später wird, zweifelt; aber auch um den Vorzeige-Nazi Otto Gürckel, der sich angesichts der vielen Gas-Suizide von Juden in Wien "Gedanken" über den Energiemarkt macht, resümiert der Rezensent. Wie Frank in diesem "Kaleidoskop" solche Gegensätze in prägnanten alltäglichen Szenen nebeneinanderstellt und wirken lässt, findet der Kritiker genial, aber das müsse man auch "erst mal aushalten". Für Heckler ein Buch, in dem einem die deutsche Geschichte sehr nahekommt, auch die "Banalität des Bösen" ruft der Kritiker hier auf. Ein brillantes, sehr greifbares Stück Erinnerungskultur, lobt er.