Mit seinem neuen Buch versucht Daniel Glattauer, an den Erfolg seines Erstlings "Gut gegen Nordwind" anzuknüpfen - und scheitert kläglich, so der Rezensent Oliver Jungen. Die Geschichte eines Flirts im Zug von Wien nach München wirkt wie eine müde Wiederholung seiner früheren Werke, jedoch ohne deren ursprüngliche Leichtigkeit, moniert der Kritiker. Die Dialoge sind zwar pointiert, doch inhaltlich seicht, die Reflexionen über Beziehungen und das Schreiben oft floskelhaft, lesen wir. Besonders störend, so Jungen, sind bewusst schlecht geschriebene Passagen, die die Schreibblockade des Protagonisten verdeutlichen sollen, aber eher ermüden. Glattauer gelingt es nicht, den Zauber seiner frühen Werke wiederzubeleben. Stattdessen liefert er eine konstruierte und vorhersehbare Geschichte, die letztlich ihre eigene Authentizität untergräbt. Ein enttäuschender Versuch, einen alten Erfolg zu recyceln, resümiert der Kritiker.