Für junge Leser, die ein Buch über Identitätssuche lesen wollen, aber eines, das nicht belehrend, sondern überdreht und verwegen daherkommt, ist Filiz Penzkofers Roman genau das Richtige, so Rezensent Oliver Jungen. Die wilde Mischung, die einen hier erwartet, erinnert Jungen gleichzeitig an Helge Schneider und Astrid Lindgren. Die Handlung, erfahren wir, dreht sich um eine betreute WG am Berliner Hermannplatz: im Zentrum steht Rabea, ein Teenagermädchen, das ihre beiden Mitbewohner zunächst misstrauisch beäugt, sie des Islamismus und der Voodoozauberei verdächtigt. Eine Leiche bringt die Handlung dann in Schwung, zeichnet der Rezensent nach, und da die drei als Hauptverdächtige in Frage kommt, nehmen sie die Beseitigung selbst in die Hand, wodurch eine sich stetig festigende Freundschaft entsteht. Das Ende der Geschichte überzeugt Jungen nicht ganz, und manches an der beschriebenen Welt wirkt ein klein bisschen veraltet, aber das bleiben nachrangige Einwände angesichts der erzählerischen Wucht des Buches.