Ein wenig muss man sich wohl an Karin Peschkas spezielle Erzählweise gewöhnen, erklärt Rezensentin Katharina Herrmann. Wer sich diese Mühe macht, wird jedoch umso reicher belohnt - mit einem großartigen Roman über das große Schweigen. In "Dschomba" beginnt dieses große Schweigen zu bröckeln, als eines Tages ein Mann namens Dzomba auf dem alten sogenannten "Serbenfriedhof" auftaucht und zwischen den Gräbern zu tanzen beginnt. Er ist auf der Suche nach seinem Bruder, der hier vor vielen Jahren als Kriegsgefangener in einem Lager lebte, von dem heute niemand mehr spricht und an das nichts erinnert - außer eben seit neustem Dzomba, der Serbe, der sich, indem er alte Wunden aufreißt, so einige Feinde in der kleinen oberösterreichischen Stadt macht. Gewöhnungsbedürftig an diesem Roman ist vor allem die Sprache, lesen wir. Es ist ein rauer, ein "karger" Ton, dessen sich die Autorin bedient, mit vielen mundartlichen Anteilen. Vor allem aber lässt Peschka ihre Sätze immer wieder im Nichts verlaufen, die Sprache "bricht ab" oder lässt Lücken, um Verdrängtes und manchmal gänzlich Unsagbares zu markieren - ein Konzept, das aufgeht, wie die Rezensentin findet. Hier wird tatsächlich das Schweigen in Worte gefasst, so Herrmann.