Seit Kurzem ist Nigeria unabhängig, das Land steht in positiver Erwartung Kopf, zwei junge Menschen kommen sich näher, resümiert Rezensent Tobias Döring die Prämisse des Romans von Tochi Eze. Margaret, die den Igbo angehört, und Benjamin, ein weißer Engländer, stellen fest, dass ihrer beider Familiengeschichten ins gleiche Dorf zurückführen, so Döring, davon erzählt Eze auf der zweiten zeitlichen Ebene, die dritte spielt sich 2005 ab und zeigt ein Wiedersehen der beiden, nachdem Benjamin Margaret Jahrzehnte zuvor wegen einer psychischen Erkrankung verlassen hatte - Schicksalsschläge, Familienleben und der Einfluss der Religion spielen ebenso eine Rolle wie Kolonialismus und die großen Vorväter der nigerianischen Literatur wie Chinua Achebe. Leider nimmt sich das Buch dem Kritiker zufolge zu viel vor, zu viele Ereignisse, zu viele Zeitachsen, darunter leiden die Figuren, die schemenhaft bleiben, weil ihr eigentlich ereignisreiches Schicksal in wenigen Zeilen zu rasant abgehandelt wird. Auch die überdeutlichen Bezüge zu nigerianischen Literatur und die folkloristischen Elemente sind ihm leider zu viel.