"Subversive Resignifikation" nennt der Historiker Volker Weiß in seinem überzeugenden Buch die Strategie, mit der die Rechten die Geschichtsschreibung in ihrem Sinne umdeuten wollen, erklärt Rezensent Nils Schiederjann, insbesondere stehen dabei die DDR, der Nationalsozialismus und das Verhältnis zu Russland im Vordergrund. So zeige Weiß ein bis heute uneindeutiges Russlandbild - einerseits biete der Ukrainekrieg die Chance, die Niederlage des Zweiten Weltkriegs gegen Russland umzukehren, andererseits bestehe die Möglichkeit, sich gemeinsam gegen den verhassten Westen zu verbünden. Ähnlich grotesk mutet die Umdeutung eines DDR-Friedensliedes an, das von erklärten Antikommunisten gekapert wird, um gegen Russland-Sanktionen zu protestieren, lesen wir. Schiederjann hätte sich noch gewünscht, dass der Autor sich auf die Suche nach Gründen macht, warum so viele den Rechten anheimfallen, lobt ihn aber insgesamt dafür, wie sorgfältig er herausgearbeitet hat, dass es den Geschichtsverdrehern vor allem um Macht geht.