"Lasst Rom in Frieden ruhen", fordert Rezensent Andreas Kilb nach der Lektüre des Buches von Peter Heather und John Rapley. Deren Vergleich zwischen dem Untergang des Römischen Reiches und der modernen, westlichen Zivilisation nimmt er im Anschluss Stück für Stück auseinander: Der Einfall der Hunnen brachte als "exogener Schock" das Reich zu Fall, erinnert der Rezensent, die vermeintlichen Äquivalente, die die Autoren für die Gegenwart anbringen (Finanzkrise, Covid, Ukrainekrieg) sind damit nicht zu vergleichen. Die Darstellung lässt wichtige historische Ereignisse, die zur Entstehung der heutigen politischen Situation beigetragen haben aus oder erwähnt sie nur am Rande, kritisiert Kilb. Auch wenn es sicherlich bestimmte "strukturelle Ähnlichkeiten" zwischen der Vergangenheit und Gegenwart gibt, dass will Kilb gar nicht bestreiten, treten letztendlich die Unterschiede vielmehr hervor, zum Beispiel im Verhältnis zwischen der ökonomischen Situation, die damals von Sklavenhandel und Landbesitz bestimmt wurde, heute von einem immer weiter expandierenden Kapitalismus. Die Verbesserungsvorschläge, die die Autoren am Ende des Buches für die Zukunft der westlichen Zivilisation anführen, sind durchaus "vernünftig" - allerdings hätte man für diese Erkenntnisse nicht unbedingt die Alten Römer bemühen müssen, seufzt der Rezensent.