Nicht das was, sondern das wie begeistert Rezensent Jens Jessen an Mary Beards Buch über die römischen Kaiser. Die Quellen, die sie nutzt, sind bekannt, erläutert Jessen, sie würden auch nicht besonders originell ausgelegt, aber was die Althistorikerin mit ihnen anstellt, ist für Jessen doch besonders. Und zwar, führt der Rezensent aus, weil Beard keinen chronologischen Durchgang durch die Kaiserschaft unternimmt, sondern das Bild eines Kollektivkaisers zeichnet, also darstellt, wie der Tagesablauf, der Machtgebrauch, das Liebesleben und so weiter der Kaiser im Allgemeinen aussah. Sie geht auch, lernen wir, auf das Problem ein, dass nicht alle Aufzeichnungen über Kaiser der historischen Wahrheit entsprechen und argumentiert, dass auch Erfindungen einen historischen Kern in sich tragen. Insgesamt hat die Autorin weniger ein Buch über einzelne Kaiser geschrieben als über das Kaiseramt, das fast zwangsläufig die Persönlichkeit derer, die es tragen, prägte. Das findet Jessen sehr überzeugend. Nur die christlichen Kaiser, die hätte er sich auch noch dazugewünscht.