Viel zu lernen gibt es aus diesem Buch, versichert Rezensent Till Schmidt. Gilda Sahebi beschäftigt sich darin mit der Frage, wie in Deutschland Rassismus entsteht und perpetuiert wird. Laut Schmidt bleibt sie dabei nicht beim Anekdotischen stehen, sondern zeigt historische Dynamiken auf, die bis ins 19. Jahrhundert zurückreichen. Der Stil des Buches ist kein aktivistischer, Konfrontationen geht die Autorin jedoch keineswegs aus dem Weg, erklärt der Kritiker: so würden etwa die Diskussionen um Clankriminalität und muslimischen Antisemitismus aufgegriffen. Unter anderem mache Sahebi in diesem Zusammenhang deutlich, wie dürftig die wissenschaftliche Faktenlage zu solchen Streitthemen oft sei. Positiv hebt Schmidt hervor, dass Sahebi auch Beispiele eines gelungenen Umgangs mit gesellschaftlichen Problemen beschreibt sowie Positionen, die sich von ihrer eigenen unterscheiden. Insgesamt ist das ein wichtiges Buch, meint Schmidt, auch weil es ihm zeigt, wie eine wirklich inklusive Diskussion über Rassismus, die auch die Perspektive der Betroffenen berücksichtigt, aussehen kann. Nur auf die Frage, wie den Erfolgen der AfD beizukommen sein könnte, hat auch Sahebi keine Antwort, gibt er zu.