Matthias Hannemann stimmt der Roman der Finnin lida Turpeinen ein bisschen nostalgisch. Dass die Stellersche Seekuh ausgestorben ist, kann er verwinden, indem er Turpeinens Buch liest, in dem die Seekuh nicht nur als Protagonistin wiederaufersteht, sondern gleich auch eine ganze Geschichte erzählt - von der Entdeckung des Beringmeers und tollkühnen Entdeckern und Naturkundlern. Hauptperson aber bleibt der acht Meter große Säuger, der wohl erstmals vor zwei Millionen Jahren in den Meeren auftauchte. Dessen Geschichte erzählt Turpeinen laut Hannemann im schnellen Präsens und mit starker Bildlichkeit, aber auch immer wieder mit Abschweifungen - zu Einzellern und Algen und restaurierten Skeletten in Museen. Auch wenn der Roman laut Hannemann nicht durchgängig ausgewogen erscheint, für den Rezensenten ist es ein freundlicher, tröstlicher Text über das Artensterben.