Rezensentin Melanie Mühl gefällt ganz gut, dass Isabelle Lehn in ihrem dritten Roman, einem auf Tatsachen beruhenden, gut recheriertem Wirtschafts- und Mafiakrimi, die Protagonistin nur wenig Identifikationspotenzial bietet. Lehns sachlicher Stil steht dem im Weg, findet Mühl, die also gar nicht erst auf die Idee kommt, die toughe weibliche Hauptfigur als Feministin in einer Männerwelt zu idealisieren. Besser, der Leser konzentriert sich auf die "ausgefeilte" Dramaturgie, meint Mühl. Wie Lehn den Fall einer abtrünnigen Investmentbankerin entwickelt, akribisch und ohne Eile, scheint Mühl lesenswert.