Ein tolles Buch hat Vigdis Hjorth hier geschrieben, ruft Rezensentin Sandra Kegel, eines, das keineswegs auf den Skandal reduziert werden sollte, den es in Norwegen auslöste, nachdem Hjorths vermeintlich in der Handlung dargestellte Familienmitglieder gegen die Veröffentlichung zu Felde zogen. Im Zentrum steht Bergljot, eine Dramatikerin und Mutter, die vor langer Zeit den Kontakt zu ihren Eltern und Geschwistern gekappt hatte, nun aber aufgrund von Erbstreitigkeiten wieder mit ihnen zu tun hat. Dabei kommt ein traumatisierendes Familiengeheimnis zur Sprache: Bergljot war als Kind von ihrem Vater missbraucht worden. Mit den Büchern von Karl Ove Knausgard hat Hjorths Roman wenig zu tun, versichert Kegel: Statt auf die endlose Ausbreitung des Alltags setzt die Autorin auf literarische Verdichtung, zudem auf eine Form, in der das Trauma, von dem die Geschichte erzählt, auch auf die Sprache durchschlägt. Insgesamt ein tolles Buch, das es aber nicht leicht macht, nicht mal der Erzählerin, schließt Kegel.