Die Entscheidung, unvollendete Romane aus Nachlässen zu veröffentlichen, ist eine schwierige, wie Kritikerin Katharina Döbler bei diesem letzten Buch von Gabriel García Márquez sieht, das er aufgrund seine Demenz nicht mehr vollenden konnte. Die Idee findet Döbler toll: Eine Frau, die nicht zufällig Ana Magdalena Bach heißt, fährt immer am 16. August zum Grab ihrer Mutter, wo sie dann in einem Jahr zufällig einen Mann kennenlernt. Daraus entsteht quasi eine Tradition, jedes Jahr hat sie in dieser Nacht einen anderen Liebhaber, "vom Heiratsschwindler bis zum Bischof." Die Rezensentin merkt dem Text allerdings stark an, dass Márquez nicht mehr die Kraft hatte, ihn fertigzustellen, zu groß sind die Lücken, zu unfertig das ganze Buch. Trotz der Freude, noch ein letztes Mal Zeilen von ihm lesen zu können, eine Leseerfahrung, die Döbler "schmerzlich" findet.