Einen anderen Thomas Mann lernt man in diesem Buch laut Rezensent Thomas Ribi: nicht den abwägenden, wortgewandten, manchmal auch etwas steifen Literaten, sondern einen Polemiker, der als Vorfahre der heutigen Podcaster gelten könne. Die Texte, die dieser Band versammelt, entstanden ab Herbst 1940 im Auftrag der BBC, die Thomas Manns Mitteilungen an die Deutschen über ihren in Deutschland empfangbaren deutschsprachigen Sender verbreitete, wozu zunächst BBC-Sprecher, später Manns eigene aus den USA per Vinylplatte und Telefon nach Europa transportierte Stimme diente. Laut Ribi nahm Mann kein Blatt vor den Mund, manche der Schimpfworte, mit denen er die Nazis belegte, gingen sogar der BBC zu weit, die Versuche, zwischen Deutschland und Nazideutschland zu unterscheiden, fielen Mann zunehmend schwerer. Auch auf die industrielle Tötung von Juden wies Mann bereits 1942 hin, lernt der beeindruckte Rezensent aus diesem Buch: für Mann begann das Übel nicht erst 1939, sondern bereits 1933. Für Ribi sind diese Reden eindrückliche Zeugnisse eines Widerstandskämpfers sind, der nie ein solcher sein wollte.