Der hier rezensierende Literaturwissenschaftler Markus Steinmayr widmet dem neuen Historienroman von Frank Schätzung nicht nur eine Analyse unter den Gesichtspunkten von Moritz Baßlers Begriff des "populären Realismus", sondern in Folge auch eine hymnische Besprechung. In dem monumentalen Roman, der an Schätzings 1995 erschienenen Roman "Tod und Teufel" anschließt, begegnet dem Kritiker erneut Held Jacop, ein Bildungsaufsteiger, der im 13. Jahrhundert von Köln aus durch London, Paris, Troyes und Brügge reist und Zeuge eines Schiffsunglücks wird: Eine Gruppe Kölner Patrizier ist mit einer Menge Gold und englischen Rebellen unterwegs. Warum funktioniert das so gut, fragt sich Steinmayr. Hier kommt Baßler ins Spiel: Serielles Erzählen, Cliffhanger und eine Menge Fragen direkt zum Einstieg des Romans bannen den Leser von der ersten Seite an, eine Vielzahl von Personen und Perspektivwechseln sorgt für Schwung, dazu gelingt es Schätzing, sein "Wimmelbild" des mittelalterlichen Kölns mit derart vielen Themen aktueller Gegenwartsdebatten anzureichern, so dass sich auch die zeitgenössische Leserin stets wiederfinden kann, erläutert der Rezensent. Jene Wiedererkennbarkeit markiert Schätzing zudem durch popkulturelle Bezüge zur Gegenwart, die Figur des Autodidakten wäre hier ebenso zu nennen wie etwa versteckte Hinweise, etwa auf David Bowies Song "Heroes", oder die Serie "Games of Thrones", lernen wir. Für Steinmayr ein Leseerlebnis, das ihm schon jetzt Vorfreude auf die Fortsetzung beschert.