Einen "äußerst unguten Geschmack" hinterlässt Yasmina Rezas Roman, der den Holocaust in eine Komödie einbaue und Kritik an der Erinnerungskultur übe, bei Rezensent Jörg Magenau. Denn wie hier die Reise nach Auschwitz, die eine jüdische Pariser Familie nach dem Tod der Mutter unternimmt, als bloßes Mittel diene, den Roman zwischen allerlei zwar handwerklich gekonntem, aber "ziellosem Geplänkel" zwischen den Familienmitgliedern auf ein ernstes Niveau zu heben, gefällt dem Kritiker gar nicht, und auch die Kritik an der Gedenkkultur ("Dieser Fetischismus der Erinnerung ist bloßer Schein", zitiert Magenau Rezas Figuren), die nicht zwischen Gedenkroutine und Erinnerung unterscheide, findet er "zu schlicht". Daran ändert auch die "spezifisch jüdisch-säkulare" Position der Autorin nichts, meint Magenau.