Rezensentin Sieglinde Geisel liest mit "Der Eisbär und die Hoffnung auf morgen" ein klassisches Stück Klimaliteratur. Doch woran viele andere Vertreter des Genres scheitern, das meistert John Ironmonger mit Bravour: Die plausible Vermittlung von Faktenwissen. Raffiniert bettet John Ironmonger aktuelle Debatten und Informationen in eine fiktionale Geschichte über einen Klimaforscher und einen Politiker, die am Anfang der Erzählung eine Wette auf den weiteren Verlauf des Klimawandels abschließen. Anschließend entwickelt sich der Konflikt der beiden über mehrere Jahrzehnte parallel zur sich verschärfenden Klimakrise, um schließlich in einer kathartischen Aussprache zu kulminieren, inmitten eines schmelzenden Eisberges. Das ist derart spannend zu lesen und so klug gebaut, dass die Rezensentin dem Autor sowohl seine mitunter etwas holzschnittartigen Figuren sowie auch die gelegentlichen Ausrutscher in den Kitsch mit Leichtigkeit verzeiht.