Mit der Titelwahl dieses Essaybandes zeigt sich Milan Kundera zwar als surrealismusaffin, meint Lothar Müller. Aber natürlich würde sich dieser große Schriftsteller niemals dem Doktrinären verschreiben oder seine Treue zum Roman, diesem "mosntrösen, unförmigen Wesen" aufgeben. Und so lässt sich in diesem Band vor allem Kunderas Glauben an den Roman mit seinen humoristischen Wurzeln erkennen, seine Liebe zu Rabelais, Diderot und Anatole France, dem hier eine "Ehrenrettung" nach der Verdammnis durch die Surrealisten zuteil wird, wie der Rezensent mitteilt. Die "Begegnung", die Müller am intensivsten gepackt hat, ist die mit der Antillen-Literatur, und ebenfalls wichtig erscheint ihm, dass der tschechische Autor, der 1975 nach Frankreich emigrierte, Literatur im Zusammenhang mit anderen Künsten erlebt. So vergleicht er im Eröffnungstext des Bandes Francis Bacon mit Samuel Beckett, lässt der Rezensent wissen. Vor allem aber haben ihn die Essays als "indirekte Autobiografie" ihres Autors beeindruckt.