"Jetzt will er's wirklich wissen!", jubelt Ijoma Mangold nach der Lektüre von Christian Krachts neuem Roman, den er als ganz "außerordentliches Kunstwerk" würdigt. Da ist zum einen die Sprache, "preziös und präzise", Eleganz mit Spielereien, weit weg vom Wirklichkeitswahn der Gegenwartsliteratur, schwärmt der Kritiker. Und dann die Handlung, kunstvoll und von virtuoser Exzentrik, so Mangold, der sich von Kracht mit ins Berlin, Tokio und Hollywood der dreißiger Jahre nehmen lässt und die parallele Eroberung von Welt und Kino durch den Nationalchauvinismus erlebt. Allein, wie Kracht Geschichte und Fiktion verknüpft, einen Kulturkampf imaginiert, in dem der Film über die Deutungshoheit der Bilder entscheidet, einmal mehr Mut zum Betreten von "vermintem Terrain" aufbringt, wenn er seine Figuren über die "Bedrohung des kulturell Eigenen" sinnieren lässt, ringt dem Rezensenten Anerkennung ab. Wenn Mangold schließlich noch die Beschreibungen von japanischen Interieurs liest, kann er nur noch rufen: Was für ein Wunder von einem Roman!