Diesem Text möchte die Rezensentin Frauke Meyer-Gosau nicht mit einer Literaturkritik antworten, denn diesem Text gebührt in ihren Augen nur eine Liebeserklärung. Wenn die fünf Porträts, die Felicitas Hoppes in "Verbrecher und Versager" zusammengetragen hat, zunächst ein wenig an die Bremer Stadtmusikanten erinnern, die auszogen, um gemeinsam das Glück zu finden, sieht die Rezensentin jedoch bald den entscheidenden Fehler in diesem Vergleich. Denn die fünf historischen Figuren (der Thüringer Schiffgärtner Georg Meister (1653-1713), der Hasardeur und Schiller-Kumpan Kapf (1759-1791), der Arzt wider Willen und getriebener Naturforscher Franz Wilhelm Junghuhn (1809-1864), der Carl-Hagenbeck-Bruders John (1866-1940), und schließlich, im Zwiegespräch der Ich-Erzählerin, Wilhelm Raabes Abenteuer-Romanfigur Leonhard Hagenbucher), um die es Hoppe geht, ziehen nicht als kraftvolle und frohgemute Abenteurer aus. Traurige Gestalten seien sie jedoch auf keinen Fall, von allen geht das "Bejahende" jener aus, die das "tun, was sie tun müssen". Stimmig wird das Bild jedoch für die Rezensentin jedoch erst durch die Figur der Ich-Erzählerin, die am Flughafen warten muss und ihre Angst vergessen will. Sie, so die Rezensentin, ist der Schlüssel der Geschichte, der auch die anderen als "Abenteurer wider Willen" erkennen lässt, als Figuren, denen keine Heimat, keine "Geborgenheit" beschieden ist, und die sich daraufhin "ihr Leben selbst erdichten" müssen.