Sybille Cramer schwelgt gerade zu im erzählerischen Unglück des aus der DDR in den Westen emigrierten Wolfgang Hilbig, der sich seine innere Verzweifelung, seine Entwurzelung, seine alkoholischen Exzesse, seine Don Quijoterien vom Leibe schreibt. Kein einfacher Bekenntnisroman oder biographischer Bericht aus der Trinkerheilanstalt, sondern eine zweistimmig angelegte Beichte, die ihr "Geschichts- und Geschichtenmaterial mit Raffinement komponiert", eine Art episches Theater, in dem der Autor das Schreib-Spiel als Distanzierung vom Leben nutzt. Hilbigs Sprache wechselt dabei ständig die Tonlagen, schreibt Cramer, von der "fiebrigen Betroffenheit des Erlebens" zur ironischen Betrachtung des Geschehenen.