In Amerika sterben zwar neuerdings weit über hunderttausend Menschen pro Jahr an Drogen, aber in einem ist sich Rezensent Benedikt Sarreiter sicher: Das Problem sind nicht die Drogen, sondern der "War on Drugs". In der Buchmessenbeilage der FAZ bespricht er zwei Bücher, die ihm diese Gewissheit bestätigen, Norman Ohlers "Der stärkste Stoff" und Helena Barops "Der große Rausch". Barop zeigt dem Rezensenten unter anderem, unter welch rassistischen Vorzeichen der "Krieg gegen die Drogen" geführt wurde. Solange Kokain hauptsächlich von Schwarzen konsumiert wurde, hieß es, die Droge mache extrem gewalttätig. "Horrorgeschichten sollten die Bevölkerung in Panik versetzen, die Konsumenten wurden moralisch abgewertet." Ähnlich bei Morphinen: Wurden sie in Opiumhöhlen der chinesischen Minderheit eingenommen, galten sie als gefährlich, aber in medizinisch daherkommenden Dareichungsformen für die weiße Mittelschicht blieben die Substanzen lange erlaubt, so Sarreiter. Anschaulich beschreibt Barop für Sarreiter schließlich, welch großes Leid die von Amerika inspirierte harte Drogenpolitik dann auch in Europa und anderen Teilen über die Welt brachte. Sarreiter erhofft sich von aktuellen Legalisierungsbestrebungen Entspannung.