Literatur ist Karine Tuils neuer Roman "Die Zeit der Ruhelosen" ganz sicher nicht, schimpft Rezensent Ijoma Mangold. Vielmehr erscheint dem Kritiker das Buch wie ein beflissen zusammengestelltes Presse-Dossier, in dem die französische Autorin von den Problemen in der Pariser Banlieue über traumatisierte Soldaten in Afghanistan, Populismus oder IS bis zur französischen Klassengesellschaft so ziemlich alles abarbeitet, was ihre Nation bewegt. Statt psychologiesch stimmige Figuren zu zeichnen, stanzt Tuil lieber ein paar "Pappkameraden" aus verschiedenen Milieus aus, ärgert sich der Kritiker, um gesellschaftliche Probleme zu illustrieren. Von der Handlung und den Dialogen dieses "suggestiven Narrativs" möchte Mangold gar nicht erst anfangen. Leicht verdutzt fragt man sich bei der Lektüre dieses Ausbruchs, warum Mangold einem so verabscheuten Buch den Aufmacher des Literaturteils gewidmet hat.