Rezensent Daniel Stähr fühlt sich wohl in diesem Buch. Geschrieben hat es, mit Unterstützung des Journalisten Torsten Groß, Mille Petrozza, Sänger und Gitarrist der Metal-Band Kreator. Besonders toll findet Stähr die Passagen, die sich der Jugend Petrozzas im Ruhrgebiet widmen, in seinem Elternhaus sprachen der italienische Vater und die deutsche Mutter nicht einmal eine gemeinsame Sprache, der junge Mille erlebte in der Familie zwar viel Liebe, aber auch Gewalt, in seinem sozialen Umfeld ging es ebenfalls ausgesprochen rau zu. Lakonisch und teils humorig schreibt Petrozza Stähr zufolge über diverse Schicksalsschläge, stilistisch ist das nicht immer rund, aber das macht in einem Buch wie diesem nicht viel - nur gelegentlich, etwa in manchen Dialogszenen, wird es doch unfreiwillig komisch. Auch die Ausführungen des Autors über die Musikkultur der 1980er, zum Beispiel die internationale Tape-Trading-Szene, findet Stähr faszinierend. Eher generisch wird es laut Rezensent, wenn sich Petrozza dem Aufstieg seiner Band Kreator widmet, allzu viel Interessantes erfährt man nicht über die Bandgeschichte vor allem ab den 1990er Jahren. Schön findet Stähr jedenfalls, wie sich die Entwicklung des Thrash-Metal-Genres, dem Kreator zugerechnet werden, in Petrozzas eigenem Coming of Age spiegelt, auch die klare politische Haltung des Autoren, der immer wieder Stellung gegen Rechtsextremismus bezogen hat, imponiert ihm. Insgesamt also kein perfektes, aber ein grundsympathisches Buch, so das Fazit.