Julia Shaw bringt in "Green Crime" Umweltschutz mit True Crime zusammen, und das funktioniert ziemlich gut, findet Rezensent Michael Lange. Die Kriminalpsychologin analysiert verschiedene Umweltverbrechen, spannend, unterhaltsam und aus nächster Nähe, "als wäre sie dabei gewesen" - wie es sich für das Genre gehört also. Dabei konzentriert sie sich ganz auf ihr Fachgebiet: untersucht Motive und Faktoren, die Umweltkriminalität begünstigen, rekonstruiert die Tathergänge und beschreibt detailreich die Ermittlungsarbeit. Die Konsequenzen solcher Verbrechen werden dabei zwar benannt, lesen wir, die politischen, ökonomischen und gesellschaftlichen Hintergründe, sowie komplexere ökologische Zusammenhänge bleiben jedoch im Dunkeln und werden lediglich angedeutet. So mag es beim Lesen hin und wieder scheinen, als müssten nur alle die bestehenden Regeln befolgen, und dann wären unsere ökologischen Probleme gelöst... Das ist natürlich nicht der Fall, das weiß auch die Autorin. Dennoch ist ihre Analyse für alle ein Gewinn, die gerne True Crime lesen und/oder sich für Umweltkriminalität interessieren.