Rezensent Benedikt Herber ist noch nicht so ganz überzeugt, dass Menschen, die lustige Social Media-Accounts betreiben, auch unbedingt gute Romane schreiben können, "El Hotzo" Roman ist für ihn gefloppt, aber wie sieht es mit Kurt Prödel aus, der nun sein Debüt vorlegt? Es geht um den titelgebenden "Klapper", der von seinen Mitschülern so genannt wird, weil seine Gelenke nicht zu knacken aufhören wollen, und "Bär", die neu in seine Klasse kommt und in die er sich verguckt, wie wir erfahren. Zwischen Counter-Strike und Kollegah gelinge es Prödel, allerhand Distinktionsmerkmale der frühen 2010er Jahre aufs Korn zu nehmen, das sei lustig, gerade deshalb, weil in der Überzeichnung ein wahrer Kern liege. Herber merkt dem Buch aber auch an, dass es ziemlich schnell geschrieben wurde, er stört sich etwa daran, dass beinahe jedem Adjektiv das Attribut "knall-" vorgeschoben wird, aber noch viel mehr daran, dass weder Autor noch Leser wissen (können), ob der Roman Coming of Age-, Mobbing- oder Zockergeschichte sein soll. Für den Kritiker ist das schade, denn die Figurenzeichnungen zeigen durchaus, dass Prödel Talent zum Erzählen hat, wie er schließt.