Ihr großes Talent, "schwere Themen" mit Leichtigkeit zu behandeln, ohne sie ins Lächerliche zu ziehen, hat Lucy Fricke bereits mit ihrem Bestseller "Töchter" bewiesen, nun tut sie es wieder, mit "Das Fest", freut sich Rezensentin Ursula März. Und Fricke gelingt noch etwas, das gerade in der Gegenwartsliteratur Seltenheitswert hat, erklärt die März: Sie erzähle glaubhaft und anregend von Optimismus, von Hoffnung, und diese Hoffnung erwachse nicht etwa aus beruflichen oder politischen Erfolgen, sondern aus der bewussten Rückschau auf die Beziehungen, die einen Menschen geborgen und geformt haben. Dieser Mensch heißt in Frickes Roman Jakob, er wird fünfzig und verspricht sich von der Zukunft nicht mehr viel. Sein Leben stagniert, seine Vergangenheit betrachtet er als eine Reihe von "Verlusten und Niederlagen", bis seine Jugendfreundin Ellen seine Haltung zur Zukunft zurechtrückt. Fricke erzählt davon mit viel Einfühlungsvermögen und gerade der rechten Portion Ironie, sodass ihr unterhaltsamer wie lebenskluger Roman vor Sentimentalität gefeit ist, lobt die angeregte Rezensentin.