Ein "bezwingendes Berliner Stillleben" hat Vincenzo Latronicos mit diesem schmalen Roman über ein junges Paar geschrieben, findet Rezensentin Maike Albath. Tom und Anna ziehen von Italien nach Berlin und suchen im hippen Lifestyle nach Lebenssinn. Dabei spielt ihre Selbstinszenierung auf Social Media mit Hilfe modischer Möbel und Retro-Chic eine große Rolle. In Latronicos Schilderungen reiht sich Bild an Bild, es gibt keinen einzigen Dialog, berichtet die Rezensentin. Der "gestaffelte Satzbau" entfaltet dabei einen dynamischen Rhythmus, findet Albath. Die künstliche Darstellung eines vermeintlich idealen Lebens sorgt bei den Protagonisten irgendwann für ein Gefühl der Entfremdung. Hier setzt Latronicos bissige Medienkritik ein, so Albath, der die beiden Protagonisten nicht als Individuen darstellt, sondern als Vertreter einer Generation, die sich in oberflächlichem Konsum verliert und für die Freiheit nur als Inszenierung auf Instagram-Fotos existiert.