Rezensentin Nele Pollatschek wollte eigentlich ein Buch über weiblichen Narzissmus lesen, stattdessen erfährt sie vor allem etwas zur Autorin Sophia Fritz, die ausnehmend um sich selbst kreist. Analog zu den Diskursen um toxische Männlichkeit hätte sich Pollatschek gewünscht, dass Fritz einmal beleuchtet, was toxische Weiblichkeit sein kann, etwa die Umweltauswirkungen der gigantischen Modeindustrie oder Gewalt gegenüber Kindern und Jugendlichen, doch stattdessen findet sie hier "Selbstbespiegelungsliteratur" vor, die es leider nicht vermag, diese schwierigen Eigenschaften und Verhaltensweisen von Opferrollen einzunehmen. Die Autorin schreibt zwar über Narzissmus, räumt die Kritikerin ein, aber dabei "kritisiert sie Narzissmus nicht so sehr, wie sie ihn praktiziert." Den Anspruch, dieses Verhalten treffe auf Frauen generell zu, kann sie ebenfalls nicht nachvollziehen und das Buch so auch nicht empfehlen.