Gern liest Rezensent Tim Caspar Boehme diesen Gesprächsband, in dem sich der Philosoph Omri Boehm und der Schriftsteller Daniel Kehlmann über Immanuel Kant unterhalten. Ersterer ist ohnehin ein ausgewiesener Kant-Experte, aber auch Kehlmann, erfahren wir, hat sich auf vielfältige Weise mit dem Werk des Aufklärers beschäftigt, was zu einem Dialog auf Augenhöhe führe. Die beiden Gesprächspartner reflektieren laut Kritiker auch, was es heißt, mit historischem Abstand über ein philosophisches Werk zu sprechen, und sie bringen Kants Gedanken in einen Zusammenhang mit späteren Entwicklungen des Denkens. Gut gefällt Boehme, dass die Form des Gesprächs die Formulierung noch unfertiger Gedanken ermöglicht, und dass auch schwierige Fragen nicht ausgespart bleiben, etwa hinsichtlich rassistischer Formulierungen Kants. Die werden von den Gesprächspartner verurteilt, so der Rezensent, ohne dass Boehm und Kehlmann deshalb Kants fortgesetzte Relevanz für die Gegenwart in Frage stellten. Für Kant-Einsteiger ist das Buch freilich nur bedingt geeignet, meint der insgesamt angetane Boehme, der auch inhaltlich ein paar Einwände hat, etwa hinsichtlich Boehms Ausführungen zum Bösen bei Kant.