Leo Vardiashvilis Romandebüt nimmt die Leserin mit in ein märchenhaft geschildertes, abenteuerliches und dabei recht unterkomplexes Georgien, erkennt Rezensent Stefan Mesch. Darin reist der junge, in England aufgewachsene Saba Vater und Bruder, die beide im Land ihrer Herkunft verschwunden sind, hinterher, und lässt sich von den poetischen Hinweisen, die der von der georgischen Polizei verfolgte Bruder in Tbilisi hinterlassen hat, auf eine Reise durch das ganze Land führen. Vardiashvilis Freude am Fabulieren überschreitet dabei teils die Grenze zum Kitsch, findet der Rezensent, und besonders seine Schilderungen der Konflikte in der abtrünnigen Region Südossetien blenden ihm zufolge die politisch signifikante Rolle Russlands aus. Wenn die großenteils männlichen Figuren miteinander scherzen, sich trösten und einander aus dem Schlamassel helfen, kommen für Mesch bei aller angenehmen Lesbarkeit die georgischen Ängste, Kämpfe und die Vielfalt des Landes zu kurz. Auf den ersten Blick jedoch könne das Debüt als Abenteuerroman überzeugen.